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Datum/Zeit |
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7,80 € |
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+0,13 % |
21.04/17:35 |
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| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
| DE0006569908 |
656990 |
- € |
- € |
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MLP verkaufen 06.02.2008
Bankhaus Lampe
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Sebastian Hein, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von MLP (ISIN DE0006569908 / WKN 656990) von "halten" auf "verkaufen" zurück.
Die zuletzt veröffentlichten Neun-Monats-Zahlen von MLP seien insgesamt im Rahmen der Erwartungen der Analysten gewesen, seien aber gleichzeitig nicht geeignet gewesen, der Aktie neuen Auftrieb zu geben. Das EBIT sei nach neun Monaten um 20% auf 53,4 Mio. EUR (Markterwartung JCF: 55 Mio. EUR) nach 44,7 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum gestiegen. Dieser Wert beinhalte angabegemäß einmalige Sonderbelastungen in Höhe von 4,8 Mio. EUR für Abfindungen und die Kosten für die Verschmelzung der MLP Finanzdienstleistungen AG auf die MLP Bank AG. Nachdem sich MLP Anfang Juli aus den defizitären Märkten in Großbritannien und Spanien zurückgezogen habe, würden die beiden Einheiten seit dem dritten Quartal 2007 als aufgegebene Geschäftsbereiche ausgewiesen. Das Ergebnis der aufgegebenen Geschäftseinheiten habe in 2007 -12,4 Mio. EUR betragen.
Den größten Anteil an den Gesamterträgen der ersten neun Monate habe das Maklergeschäft mit 289,8 Mio. EUR (Vorjahr: 299,7 Mio. EUR) gehabt. Im Bankgeschäft seien die Erträge auf Neunmonatsbasis um 15% auf 59,1 Mio. EUR (Vorjahr: 51,5 Mio. EUR) gestiegen. In diesem Wert sei auch die Vermittlung von MLP-Geldanlagekonzepten enthalten. Das Vermögensmanagement, das die Feri Finance AG abbilde, habe 29,0 Mio. EUR zu den Gesamterträgen beigesteuert.
Der Unternehmensgründer und Großaktionär, Manfred Lautenschläger, habe zwischenzeitlich sein langfristiges Engagement in MLP bekräftigt, womit die Unabhängigkeit von MLP gewahrt bleiben sollte. In den ersten neun Monaten habe MLP insgesamt 33.000 Neukunden gewonnen. Nach einer Phase der Konsolidierung habe MLP im dritten Quartal sechs neue Geschäftsstellen eröffnet. Seit dem Jahresbeginn nehme Andreas Dittmar die Position des Direktors und Leiters des Finanzressorts der MLP AG ein. Die Position sei zuvor ein halbes Jahr lang vakant gewesen.
Der Vorstandsvorsitzende, Uwe Schroeder-Wildberg, habe zuletzt auf einer Investorenkonferenz das Gewinnziel (EBIT) von 110 Mio. EUR bestätigt. Dies würde einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 30% entsprechen, sei aber sicherlich mit Unsicherheiten behaftet, da dies ein sehr gutes viertes Quartal impliziere. Nach drei Quartalen habe das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) bei 53,4 Mio. EUR und damit im Rahmen der Erwartungen gelegen. MLP erwarte entsprechend im vierten Quartal ein EBIT, das etwas über dem der ersten neun Monate liegen werde.
Der US-Vermögensverwalter Harris Associates habe seinen Anteil an MLP inzwischen wieder auf unter 10% reduziert, was allerdings mit Gewinnmitnahmen zusammenhängen sollte. MLP setze das Aktienrückkaufprogramm weiter fort und erwerbe seit dem 8. November 2007 maximal weitere 1,8% des Grundkapitals, das heiße bis zu maximal 2.015.031 Aktien. Dies entspreche beim derzeitigen Kursniveau einem Volumen von rund 22 Mio. EUR. Auf Grundlage einer Ermächtigung der Hauptversammlung vom 21. Juni 2005, die durch eine Ermächtigung der Hauptversammlung vom 31. Mai 2006 ersetzt worden sei, habe MLP bereits bis Dezember 2006 einen Anteil von 8,2% am Grundkapital zurückgekauft. Die Zahl der Berater bei MLP sei bislang weiterhin stagnierend, liege bei 2.579 (Stand 30.9.2007) und damit unter dem Zielwert von 2.750, der zum Jahresende 2007 in Aussicht gestellt worden sei.
In besonderem Maße könnte im Bereich der Kranken- und Lebensversicherungen eine Offenlegung der Kosten bei Vertriebsorganisationen wie AWD und MLP zu einer deutlich negativen Umsatzentwicklung führen. Hinzu komme eine veränderte Wettbewerbssituation, denn mit FORMAXX sei zur Mitte des Jahres ein Finanzdienstleiser neu an den Start gegangen, der mit erfahrenen Beratern nach Erachten der Analysten sehr schnell versuchen dürfte, merkliche Marktanteile zu erreichen. In regulatorischer Hinsicht komme zudem die EU-Vermittlerrichtlinie (VRR) hinzu, die einen erheblichen administrativen Mehraufwand impliziere und das Ergebnis belasten werde.
Derzeit seien außer der Übernahmespekulation keine Treiber für eine Outperformance der MLP-Aktie gegeben. Es bleibe zudem abzuwarten, ob die Gewinnziele für 2007 erreicht würden. Aufgrund der Vielzahl an regulatorischen Neuregelungen könnte das Ergebnis in 2008 belastet werden. Die Bewertung von MLP im Vergleich zur Peer Group zeige bei der Analyse auf der Basis der Erwartungen für die Geschäftsjahre 2008 und 2009 einen Fair Value für die MLP-Aktie von 9,50 EUR.
Ihre Anlageempfehlung für die MLP-Aktie reduzieren die Analysten vom Bankhaus Lampe im Vorfeld der Publikation der Jahreszahlen von "halten" auf "verkaufen". Das Kursziel werde unverändert bei 9,50 EUR gesehen. (Studie "MDAX-Guide Frühjahr 2008" vom 05.02.2008) (06.02.2008/ac/a/d)
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